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Urteil: Irreführender Reise-"Frühbucherbonus"

Das Handelsgericht Wien beurteilte die angebotenen Frühbucher-Preise von Bentour als unzulässige Lockvogel-Werbung. Der Reiseveranstalter bewarb in einem der Sommerkataloge 2010 einen Frühbucher-Bonus von bis zu 320 Euro pro Erwachsenen, wenn bis Ende Mai 2010 gebucht wird. Den Bonus gab es allerdings nur ein einziges Mal bei 75 Reiseangeboten und nur bei Buchung bis 31. Dezember 2009.

Reisen

Das erfuhr der Konsument jedoch erst bei ganz genauem Nachlesen. Die AK klagte den Reiseveranstalter wegen unlauteren Wettbewerbs und bekam jetzt recht.

Blickfangartige Werbung

Im Reisekatalog Ägypten/Griechenland/Tunesien 2010 machte Bentour International Reisen seinen Kunden Frühbucher-Vorteile sehr schmackhaft: "Holen Sie sich Ihren Frühbucher-Bonus! Bei Buchung bis spätestens 31. Mai 2010 sparen Erwachsene bis zu 320 Euro."

Laut AK Konsumentenschützerin Jutta Repl wurden auch "blickfangartig" Kinderpauschalen ab 199 Euro in Magic Life Clubs für Frühbucher angeboten.“

Kaum zu bekommen

Nur wer ganz genau hinsah, bemerkte laut AK: Die höchste Frühbucher-Prämie für Erwachsene gab es nur genau einmal bei 75 Angeboten. Außerdem habe der Buchungszeitraum nicht mit der Werbung übereingestimmt. Die Prämie sei nicht wie beworben bei einer Buchung bis 31. Mai 2010 erhältlich gewesen, sondern nur bis 31. Dezember 2009.

Auch andere höhere Frühbucher-Prämien seien laut Repl rar und ebenfalls nur bei sehr früher Buchung zu bekommen gewesen. Die durchschnittliche Frühbucher-Prämie betrug über alle Angebote hinweg nur 138,15 Euro. Die für die Magic Life Clubs beworbenen Kinderpauschalen ab 199 Euro für Frühbucher war im Katalog überhaupt nicht zu finden. Die günstigsten Kinderpauschalen gab es ab 299 Euro.

Für die gesamte Reisebranche relevant

Die AK hatte im Juni 2010 gegen den Reiseveranstalter eine Klage wegen unlauteren Wettbewerbs eingebracht. Das Handelsgericht Wien gab der AK nun recht: Die Werbung sei ein Lockvogel-Angebot und führe Konsumenten über einen angekündigten Preisvorteil in die Irre, so die Begründung.

Der Kunde gehe fälschlicherweise davon aus, dass es mehrere Prämien in der beworbenen Höhe von 320 Euro gibt. Die blickfangartige Darstellung verstärke die Irreführung erheblich. Das Urteil ist rechtskräftig. Für AK-Reiseexpertin Jutta Repl hat es Relevanz für die gesamte Reisebranche.

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18.05.2011