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Socialbots auf Datenjagd bei Facebook

Wissenschaftler der Universität von British Columbia haben mit Socialbots laut eigenen Angaben zahlreiche Daten aus dem Sozialen Netzwerk Facebook abziehen können.

Sicherheit

Insgesamt 102 solcher automatisierten Profile wurden von den Forschern in Facebook aktiviert, um dort echte Freunde zu finden. Laut den Wissenschaftlern gelang ihnen das unter Anleitung eines Kontrollprogramms erstaunlich gut: Binnen acht Wochen fragten die Bots 8.570 Kontakte an und konnten 3.055 Freunde für sich gewinnen.

Akzeptanzrate von bis zu 60 Prozent

Die Freunde dieser neu gewonnenen Freunde wurde wiederum angefragt, insgesamt erreichte die Akzeptanzrate der angefragten Freunde am Ende rund 60 Prozent. Je mehr Freunde eine Person bereits hatte, desto eher akzeptierte diese Person den Socialbot auch als neuen Freund, so die Forscher.

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Der Sicherheitsspezialist Sophos hat sich die Untersuchung der Universität ebenfalls näher angesehen.

Das gesamte Netzwerk umfasste laut Angaben schließlich ein Netzwerk mit rund einer Million Personen, die Bots konnten 46.500 E-Mail-Adressen und 14.500 Heimadressen sammeln.

Forschung für Facebook unethisch

Laut den Forschern arbeitete das Facebook-eigene Sicherheitssystem nicht ausreichend, da es nur rund 20 Prozent der falschen Accounts als solche erkannte und das hauptsächlich, weil sie von anderen Nutzern als solche gemeldet wurden. Um nicht aufzufallen, limitierten die Forscher die Zahl der Anfragen der Bots auf 25 pro Tag.

Facebook hält dem laut einem Bericht der BBC entgegen, dass die IP-Adresse von der Universität als sicher eingestuft wurde, während bei einem echten Angriff alle Alarmglocken schrillen würden. Die Arbeit der Forscher sei außerdem unethisch, Facebook habe zudem deutlich mehr Accounts gesperrt als von den Forschern angegeben.

02.11.2011