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Wie man auf Schimmelbefall in Mietwohnungen reagieren sollte

Immer wieder klagen Mieter über Probleme mit Schimmelbefall in ihren Wohnungen. Laut Wiener Mietzinsminderungsspiegel kann Schimmel abhängig vom Schweregrad zu einer Mietreduktion zwischen null und hundert Prozent berechtigen. Zur Klärung der Rechtslage ist in erster Linie ausschlaggebend, wodurch der Schimmel entstanden ist – das kann man als Laie aber kaum beurteilen.

Wohnen

Eva M. wohnt mit ihrer Familie in einer Mietkaufwohnung in der Steiermark und kämpft schon seit Jahren immer wieder gegen Schimmelbefall in den Wohnzimmerecken. Die Unterstützung der Hausverwaltung hielt sich dabei in Grenzen, erzählt sie: "Wir sollten auf das richtige Lüften achten, uns ein Hygrometer zulegen, uns einen Schimmelspray holen und damit die Oberfläche behandeln, dann sei das Problem schnell behoben." Doch der Schimmelspray half langfristig nicht gegen den Befall und so wollte Frau Macheiner von help wissen, ob sich das Problem auch ohne hohe Anwalts- und Gutachterkosten lösen ließe.

Ursache erforschen

Auf jeden Fall muss geklärt werden, was die Ursache für den Schimmelbefall ist, sagt der Wohnrechtsexperte der Arbeiterkammer Walter Rosifka: "Es wird immer wieder argumentiert, dass der Mieter ein falsches Wohnverhalten an den Tag legen würde, teilweise wird von den Mietern argumentiert, dass Bauschäden vorliegen würden - da braucht man einen Sachverständigen, um das wirklich beurteilen zu können. In der Regel geht es prinzipiell darum, dass man möglichst schnell diesen Schimmel wegbekommt, damit man die gesundheitliche Belastung nicht mehr hat, und hier muss man sich an den Vermieter wenden, an die Hausverwaltung, dass die entsprechend Beseitigungsmaßnahmen treffen."

Sachverständigengutachten

Wenn der Schimmel nämlich schon den Verputz angegriffen hat und gesundheitsschädlich ist, hat ihn der Vermieter zu beseitigen. Die Mietreduktion sollte man nicht eigenmächtig vornehmen, sondern sich zuerst darum kümmern, die Ursachen abzuklären und den Schimmel so bald wie möglich loszuwerden. Um einen Rechtsanspruch durchzusetzen, wird man allerdings um einen Sachverständigen kaum herumkommen, sagt Walter Rosifka: "Im Grunde genommen wird das nicht anders lösbar sein, weil weder Juristen, noch die Bewohner selbst, noch vielleicht sogar der Vermieter weiß um die Problematik. Es geht darum, dass eine kompetente Person sich das anschaut und entsprechend einen Befund erstellt."

Anzeige bei Baubehörde

Sinnvoll ist auch, dass die Begutachtung nicht von derselben Firma durchgeführt wird wie die Sanierung. Eine Erstbegehung durch einen Sachverständigen kann ab drei- bis vierhundert Euro kosten, mit Feuchtigkeitsmessung und weiteren Gutachterprotokollen entsprechend mehr. Mithilfe der zuständigen Behörden kann man mitunter Kosten sparen, rät der AK-Experte: "Hier kann man unter Umständen auch die Baubehörde beiziehen, indem man einfach eine Anzeige bei der Baubehörde macht, dass die Wohnung gesundheitsschädlich wäre. Auch beim Gesundheitsamt könnte man eine Anzeige machen, dass man hier der Ursache auf den Grund geht."

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01.09.2012