Standort: help.ORF.at / Meldung: "Lyoness muss Konsumentin Geld zurückzahlen"

Lyoness muss Konsumentin Geld zurückzahlen

Die weltweit aktive Einkaufsgemeinschaft Lyoness aus Graz hat erneut eine Niederlage vor Gericht erlitten. Das Unternehmen muss einer Klägerin, die via Lyoness Kika-Gutscheine angezahlt und dadurch ein sogenanntes Businesspaket erworben hatte, 20.000 Euro zurückzahlen, entschied das Landesgericht Krems laut des Wiener Rechtsvertreters der Frau, Eric Breitenender. Das Urteil ist nicht rechtskräftig. Lyoness will "auf jeden Fall" in Berufung gehen.

Urteil

Der Richter habe die Parteien nicht einvernommen, sagte Lyoness-Sprecher Mathias Vorbach am Donnerstag auf Anfrage der APA. Es sei außerdem nicht berücksichtigt worden, dass es sich bei der Klägerin um eine Unternehmerin und nicht um eine normale Konsumentin gehandelt habe. Die meisten Rechtsstreitigkeiten mit Lyoness drehen sich um die Frage, ob die Personen, die in irgendeiner Form in das System eingezahlt haben, Verbraucher oder Unternehmen sind. Konsumenten können ihr Geld nämlich laut Anwalt Breiteneder leicht zurückfordern, da sie ein Rücktrittsrecht hätten.

Im aktuellen Fall - das Urteil wurde nur zwei Wochen nach der Verhandlung zugestellt - habe das Landesgericht Krems eindeutig festgestellt, dass die Klägerin eine Verbraucherin sei, so Breiteneder zur APA. Die Frau, eine Nebenerwerbsgastwirtin, habe 26 Mitglieder angeworben. Sie selbst habe Kika-Gutscheine angezahlt. "Ihr wurde von Lyoness gesagt, dass sie damit ein Businesspaket erwirbt", so der Anwalt. Durch weitere derartige Anzahlungen sollte sie am "afrikanischen, spanischen und amerikanischen Verrechnungssystem" von Lyoness teilnehmen.

Korruptionsstaatanwaltschaft ermittelt, VKI klagt

Lyoness steht im Verdacht, ein Pyramidenspiel zu betreiben. Die Wiener Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) ermittelt seit dem Vorjahr, es geht um den Verdacht auf Pyramidenspiel, Betrug und um ein mögliches Vergehen nach Kapitalmarktgesetz, das die Prospektpflicht betrifft, sagte WKStA-Sprecher Erich Mayer der APA. "Die Ermittlungen laufen noch." Lyoness hat derartige Vorwürfe stets vehement zurückgewiesen. Im April leitete außerdem der Verein für Konsumenteninformation (VKI) eine Verbandsklage gegen Klauseln in den AGB von Lyoness ein.

(APA/red)

Mehr zum Thema:

01.08.2013