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Eine Frau macht eine Überweisung

Neue IBAN: "Kein Grund zur Panik"

Ab Februar löst die 20-stellige International Bank Account Number, die IBAN, Kontonummer und Bankleitzahl ab. Überweisungen in EU-Länder sind seit längerem nur noch mit IBAN und BIC (Business Identifier Code) möglich. Mit Februar gilt die IBAN auch für bargeldlose Zahlungen im Inland. Grund zur Panik sei das aber nicht - keine Rede von "IBAN, der Schrecklichen", meinen Konsumentenschützer.

Überweisungen

Die lange IBAN hat schon etliche Bankkunden verunsichert. Doch es ist alles halb so wild, denn die IBAN besteht hauptsächlich aus bereits eingeprägten Codes. Neu sind im Grunde nur der Länder-Code, AT für Österreich, und eine zweistellige kundenbezogene Prüfziffer, um Fehlüberweisungen zu vermeiden. Dazu kommen die schon bekannte Bankleitzahl und die Kontonummer. Mit der Zahlenkombination, die europaweit gilt, sollen Überweisungen im einheitlichen Euro-Zahlungsverkehrsraum, der Single Euro Payments Area (SEPA) schneller, billiger und sicherer werden. "Die größte Herausforderung nach der Umstellung wird anfangs wohl das Eintragen der 20 Stellen sein, wenn man Geld überweisen will", sagt Walter Hager vom Verein für Konsumenteninformation. Doch er beruhigt zugleich. Die Banken hätten sich auf Wunsch von Konsumenten aber Einiges einfallen lassen. "Die IBAN muss sozusagen nicht mehr in einer Wurst geschrieben werden, sondern es gibt jetzt fünf Viererblöcke zum Eintragen. Da tut man sich schon wesentlich leichter", so Hager.

Finger weg von IBAN-Rechnern

Im Internet gibt es zahlreiche IBAN-Rechner, die angeben, den IBAN auszuspucken, wenn man sie mit den nötigen Daten füttert. Hager hält nichts von solchen IBAN-Rechnern: "Wir haben da Stichproben gemacht und da kommen immer wieder falsche Ergebnisse raus. Wir raten eher davon ab, die IBAN errechnen zu lassen." Stattdessen rät Hager IBAN und BIC dort zu erfragen, wohin man das Geld überweisen will. Die eigene IBAN findet man auf der Bankomatkarte oder am Kontoauszug. Generell wird das Überweisen in Zukunft jedenfalls schneller. Nur wer die Umstellung vergisst und weiter Kontonummern in die Überweisung einträgt, kann lange warten, denn das funktioniert ab Februar nicht mehr. Übrigens auch das Wort Überweisung ist dann veraltet, in Zukunft heißt sie Zahlungsanweisung.

Betrüger nutzen IBAN-Umstellung

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"Die Banken haben versprochen, dass sie die Konten so umstellen werden, dass da wenig zu tun sein wird. Wo man ein wenig aufpassen muss, sind Lastschriften. Da kann es sein, dass Firmen auf einen zukommen, damit man ein neues Formular ausfüllt", erklärt Hager. Wenn Firmen bei ihren Kunden neue Ermächtigungen für Einzugsaufträge einholen, dann tun sie das ausschließlich schriftlich, per Post. Die Umstellung auf IBAN und BIC werden auch Internetbetrüger für ihre Machenschaften nutzen. Erst Anfang der Woche hat die Arbeiterkammer vor einer neuen Phishing-Mail-Welle gewarnt. Die gefälschten E-Mails sehen durchaus professionell aus, beinahe perfektes Deutsch, das Logo der Bank passt auch. Unter dem Vorwand der SEPA-Umstellung versuchen die Betrüger an heikle Bankkundendaten zu kommen. "Da gilt, was immer schon gegolten hat: Nicht auf E-Mails oder Anrufe antworten. Eine Bank wird niemals anrufen oder per E-Mail Codes erfragen", warnt Hager. Eine Ausnahme gibt aber doch. Wer im Postfach seines Online Banking-Kontos eine Nachricht findet, kann davon ausgehen, dass sie tatsächlich von der eigenen Bank ist.

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21.12.2013