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PC-Keybord mit zwei Händen, die darauf schreiben

Keine Sicherheitsupdates mehr für Windows XP

Am 8. April läuft der Support für das Betriebssystem Windows XP aus. Ab dann werden Lücken, die gefunden werden, oder die neu auftauchen, nicht mehr geflickt. Bis zu einem Drittel aller PCs weltweit laufen Schätzungen zufolge immer noch mit Windows XP. In Österreich sind es noch 15 Prozent. Für User des knapp 13 Jahre alten Betriebssystems Windows XP ist nun Handeln angesagt.

Computer

Von Microsoft bieten sich dafür die Betriebssysteme Windows 7 oder Windows 8.1. an, das gibt es speziell als Systembuilder Edition relativ günstig. Damit kann der PC neu aufgesetzt werden und in der Regel dann wie bisher weiterbenützt werden, rät Georg Schnurer vom Computermagazin c't.

Davor sollte aber überprüft werden, ob der Rechner leistungsstark genug ist für das neue Betriebssystem. Auf der Microsoft-Webseite sind die Tools, die vor der Installation des neuen Betriebssystems bzw. vor dem Kauf des jeweiligen Updatesystems einen Test ermöglichen, ob der Rechner in der Lage ist, mit dem neuen System umzugehen. Einige ältere Systeme können das nicht.

Drucker und Scanner

Hat man noch älter Hardware in Verwendung, wie zum Beispiel Drucker oder Scanner, die noch einwandfrei ihren Dienst verrichten, gibt es zwei Möglichkeiten: Die einfachste ist, statt eines 64-Bit-Betriebssystems ein 32-Bit-Betriebssystem installieren und dafür Treiber besorgen, sagt der Experte. Wenn das nicht möglich ist, kann man eine so genannte virtuelle Maschine installieren um dort das Windows XP weiterlaufen zu lassen. Dann hat man quasi in einem Windows 7 oder Windows 8.1 Rechner einen kleinen abgekapselten Windows XP Rechner, unter dem man dann die alten Drucker, oder Scanner - wie bisher - benutzen kann.

Will man unbedingt weiter Windows XP arbeiten, bleibt nur eines: Raus aus dem Internet, rät Georg Schnurer: "Wenn ich mich vom Internet trenne, keine Mails mehr beantworten, nicht mehr surfe mit dem Windows XP - dann spricht überhaupt nichts dagegen, es weiter zu verwenden. Was ich allerdings schon tun sollte, ist einen Virenschutz installieren und dafür sorgen das der irgendwie aktuell bleibt, denn ich hab ja auch noch andere Möglichkeiten, wie Schädlinge auf meinen Rechner kommen können - etwa über einen USB-Stick."

Alternative Linux

Eine Alternative zu Windows wäre der Umstieg auf das kostenlose Linuxsystem. Dieses läuft auch auf älteren Computern und hat niedrigere Anforderungen an die Hardware als ein modernes Windows. Dafür muss man bei Linux alles neu lernen. Denn die Administration funktioniert anders, ebenso das Einrichten des Systems. Dafür ist man dem Computerfachmann zufolge auf der Linuxseite sehr gut geschützt gegen Viren, Trojaner und ähnliches.

Öffentlicher Bereich auch betroffen

Aber auch der öffentliche Bereich ist vom Auslaufen des Windows XP Supports betroffen. Viele Behörden Anlagen, Geldautomaten und auch Fahrscheinautomaten sind noch mit Windows XP ausgestattet bzw. basieren noch auf dem Betriebssystem. Für diese gibt es jedoch noch eine Schonfrist, weiß Georg Schnurer. Denn diese Automaten hängen nicht direkt im Internet, sondern sind über Zwischennetze in das System eingebunden. Dort wiederum sind Filter vorgesehen, und dadurch sind die Automaten auch nicht gefährdet und können noch weiter mit Windows XP laufen.

Bankomaten sind laut Betreiber Payment Services Austria schon auf Windows 7 umgestellt. Selbstbedienungsgeräte in Banken werden gerade umgestellt und sind bis dahin durch Spezialserviceverträge mit Microsoft geschützt. Und auch ÖBB und Wiener Linien bestätigen, dass Fahrscheinautomaten auch nach dem Auslaufen des Windows XP Supports sicher sind.

05.04.2014