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Zu sehen ist ein Ausschnitt der Homepage der Firma PayPal.

Betrug mit gefälschten PayPal-Zahlungen

Nicht nur Schnäppchenjäger, auch private Verkäufer können Betrügern im Internet auf den Leim gehen. So weit, so bekannt. Neu ist allerdings die Betrugsmasche. Während bis vor kurzem hauptsächlich Bargeldtransferdienste wie Western Union für unredliche Zwecke missbraucht wurden, verwenden aktuelle Betrüger professionell gefälschte Mails von Zahlungsdiensten wie PayPal. Für private Verkäufer ist es oft nicht leicht, ehrliche Käufer von Gaunern zu unterscheiden.

Internetbetrug

Online-Betrüger, die sich im Netz als interessierte Käufer ausgeben, haben es vor allem auf Wertvolles abgesehen. "Ab 700 Euro scheint so eine Grenze zu sein, die immer wieder schlagend wird. Es geht hier um Fahrzeuge, um elektronische Waren und interessanterweise auch um Instrumente. Gerade bei höher preisigen Waren ist absolute Vorsicht geboten", sagt Bernhard Jungwirth von der Watchlist Internet, die neue Betrugsformen im Netz dokumentiert.

Betrug mit System

Grundsätzlich wenden die Betrüger zwei Tricks an. Sie versuchen einerseits an die Ware zu kommen, ohne dafür zu bezahlen, andererseits gelingt es ihnen auch manchmal, die Verkäufer dazu zu bewegen, ihnen sogar Geld zurückzuzahlen. Dahinter stehen ausgeklügelte Strategien. Neuerdings versuchen die vermeintlichen Käufer die Verkäufer davon zu überzeugen, für die Zahlung den Online-Zahlungsdienst PayPal zu verwenden. "Wenn der Verkäufer sich bereit erklärt, dieses Geschäft mittels einer Pay Pal Zahlung abzuwickeln, verschickt der Betrüger eine gefälschte PayPal-Email an den Verkäufer. Darin heißt es, dass eine Zahlung eingetroffen ist. Der leichtsinnige Verkäufer vertraut dieser Email und versendet die Ware und die ist dann weg", erklärt Jungwirth.

Nur eigenem Kontostand vertrauen

Die gefälschten E-Mails werden immer professioneller gemacht und wirken auf den ersten Blick echt. Oft ist der Betrag, von dem in dem Mail die Rede ist, höher als der verlangte Preis. "Es heißt dann, der Verkäufer möge doch einen bestimmten Betrag an ein Versandunternehmen überweisen. Eine solche Zahlung findet dann auch wieder mittels Western Union und Co statt", warnt der Experte. Sobald man aufgefordert wird, via Bargeldtransferdienst zu zahlen, ist Vorsicht geboten. Schickt man das Geld einmal los, ist es meistens verloren. Falls man PayPal als Zahlungsart nutzen möchte, sollte man die Ware erst dann verschicken, wenn die Zahlung tatsächlich am eigenen PayPal Konto eingegangen ist. Auf Einwände reagieren die Betrüger meistens mit Überredungsversuchen, sagt Jungwirth. "Sie sagen dann, das sei üblich und es sei eine Versandnummer oder eine sogenannte Tracking ID erforderlich, die man nach erfolgtem Versand an PayPal übermitteln soll. Es gibt also verschiedene Tricks und Argumentationen, um die Verkäufer zum Versand zu bewegen."

Übergabe am besten persönlich

Generell rät der Experte von Käufen und Verkäufen über Kleinanzeigenplattformen ins Ausland ab. Es handle sich einfach sehr oft um Betrugsversuche. Am besten sei eine persönliche Übergabe. "Wenn ich mir ein gebrauchtes Fahrrad kaufen möchte, fahre ich am besten dorthin, drehe vielleicht auch eine kleine Runde damit, übergebe dann das Geld und bekomme die gewünschte Ware. Das ist ein fairer Deal für beide Seiten, ansonsten bleibt natürlich immer ein Restrisiko", so Jungwirth.

Auf Plattform kommunizieren

Um dieses Restrisiko zu mindern, ist es auch ratsam, die Kommunikationskanäle der Kleinanzeigenplattformen zu nutzen. "Dann ist die gesamte Kommunikation dokumentiert, außerdem springen die Sicherheitssysteme der Plattform an und das potenzielle Opfer kann rechtzeitig gewarnt werden", sagt der Experte.
Um den Sicherheitsscans der Plattformen zu entgehen, zielt die erste Kontaktaufnahme von Betrügern meistens darauf ab, sich alles weitere via E-Mail oder SMS auszumachen. Darauf sollte man sich nicht einlassen, damit der Ärger erst gar nicht beginnt.

09.08.2014