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Elektrofachmarkt

AK warnt vor zu viel Vernetzung

Seit dem Siegeszug des Smartphones sind wir daran gewöhnt, ständig mit dem Internet verbunden zu sein. Kein Wunder, dass nun immer mehr Geräte das Prinzip übernehmen. Das sogenannte „Internet der Dinge“ hat aber durchaus Tücken, warnt die Arbeiterkammer (AK) in einer aktuellen Studie. Generell gilt: Verbraucher geben mehr von sich preis, als sie denken.

Internet

Vernetzung überall

Fitnessarmbänder zählen unsere Schritte – und senden die Daten an das Smartphone. E-Book-Reader schicken Informationen über unser Leseverhalten an Online-Händler. Zahnbürsten zeichnen auf, wie lange und häufig wir uns die Zähne putzen. Sogar eine Gabel, ein Büstenhalter und T-Shirts können zur Datenfalle werden, warnt die AK in der Studie „Kommerzielle digitale Überwachung im Alltag“. So überwacht zum Beispiel die intelligente Gabel „HAPIFork“, wie häufig Nahrung zum Mund geführt wird, und sendet diese Informationen ans Smartphone. Ähnlich funktioniert intelligente Kleidung der Firma Sensoria: über eingebaute Sensoren messen T-Shirts Atmung und Puls.

Zitiert wird auch ein britischer Bericht über vernetzte Fernsehgeräte. Diese würden nicht nur aufzeichnen, welche Webseiten besucht werden, sondern auch das Fernsehverhalten aufzeichnen und die Informationen an Hersteller weitergeben.

Tausche günstige Prämie gegen Privatsphäre

Zu befürchten sei, so die AK-Studie, dass gerade Versicherungen künftig mit günstigen Prämien locken, wenn Daten aus dem Alltag zur Verfügung gestellt werden. So gibt es in Deutschland bereits Autoversicherungen, die günstige Verträge anbieten, wenn ein Gerät im Auto installiert wird, das Daten zum Fahrverhalten speichert.

Schöne neue Arbeitswelt?

Auch im Arbeitsalltag dürfte die Auswertung digitaler Spuren Wirkung hinterlassen, warnen die Autoren der Studie. So hat sich das US-Startup ConnectedCubed zum Beispiel darauf spezialisiert, anhand von Datenauswertungen Vorhersagen über der Potential von Angestellten zu treffen. Das System Theatro stattet Angestellte mit einem tragbaren Geräte aus, das neben der Kommunikation zwischen den Mitarbeitern auch ermöglichen soll, umfassende Daten über ihr Verhalten, ihre Produktivität oder die Zusammenarbeit im Team zu sammeln.

05.11.2014