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ein aufgeschnittenes gekochtes Ei und bunt gefärbte Ostereier

Kennzeichnung von verarbeiteten Eiern gefordert

Allein im Vorjahr wurden 18.000 Tonnen Eier und Eiprodukte aus Ländern wie China, Singapur und Mexiko eingeführt und hierzulande in der Gastronomie und bei der Herstellung von Fertigprodukten verarbeitet. Die Landwirtschaftskammer fordert nun eine Kennzeichnungspflicht. Es müsse klar ersichtlich sein, woher die Eier stammen und unter welchen Umständen sie produziert wurden.

Wirtschaft

Obwohl die Standards hinsichtlich der Eiproduktion hierzulande hoch sind, der Lebensmitteleinzelhandel hauptsächlich Eier aus Boden- und Freilandhaltung verkauft und die Käfighaltung bereits verboten ist, traten die Landwirtschaftskammer (LK), die Agrarmarkt Austria (AMA) und die zentrale Arbeitsgemeinschaft der Geflügelwirtschaft (ZAG) am Mittwoch bei einer Pressekonferenz in Wien für eine weitere Verschärfung ein.

Sechstel der Eier wird importiert

Grund dafür sind die steigenden Importzahlen: Ein Sechstel der Eier sind Importware. Diese stammen oft aus Käfigen. Während 2014 noch 13.000 Tonnen Eier aus Drittstaaten importiert wurden, waren es im Vorjahr bereits 18.000 Tonnen. Die meisten Eiprodukte kommen aus China, Singapur und Mexiko, zudem werden Eier aus der Ukraine, Argentinien und Indien eingeführt.

Deswegen sollten künftig auch jene Eier genau deklariert werden müssen, die in der Verarbeitung und der Gastronomie Verwendung finden. Vor allem bei bereits zubereiteten Mahlzeiten und fertigen Produkten wie Keksen und Nudeln sei nicht ersichtlich, woher die Eier stammen und unter welchen Umständen sie produziert wurden.

Information für Konsumenten gefordert

Die Landwirtschaftskammer sieht darin eine Konsumententäuschung. "Die Umstellung bei den Eiern im Handel hat gezeigt, dass bei klarer Kennzeichnung die Entscheidung zugunsten der heimischer Qualität ausfällt", betonte Kammerpräsident Hermann Schultes. Deswegen sei es nötig, für die Konsumenten die nötigen Informationen bereitzustellen.

Problematisch seien die hohen Importzahlen nicht nur in Bezug auf den Tierschutz, sondern auch hinsichtlich der Wettbewerbsfähigkeit heimischer Produkte. Durch die strengen Vorgaben in puncto Tier-, Klima- und Umweltschutz bei der Eiproduktion können lokale Bauern ihre Erzeugnisse nicht so günstig verkaufen, wie es Herstellern aus anderen Ländern möglich ist. Bei der Kennzeichnung solle man sich an der Schweiz orientieren, die diesbezüglich bereits praktikable Lösungen gefunden habe. Denkbar wären beispielsweise Informationsblätter in Speisekarten und Aushänge, die die Herkunft der Produkte ausweisen.

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09.03.2016