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Mann telefoniert mit Handy

Handytarife wieder günstiger

Viele Jahre hat Österreich, was die Mobilfunkpreise anbelangt, als Schlaraffenland gegolten. Mit dem Kauf von Orange durch den Konkurrenten "3" 2012 wurde der Wettbewerb weniger und die Tarife teurer. Inzwischen hat sich das Preisniveau wieder auf den Stand vor der Übernahme eingependelt, so die Bundeswettbewerbsbehörde.

Mobilfunk

"Wir hatten eine relativ lange Schlechtwetterperiode, aber zur Zeit scheint wieder die Sonne", so das Fazit von Johannes Gungl. Chef der Regulierungsbehörde RTR, die gemeinsam mit der Bundes-wettbewerbsbehörde (BWB) eine aktuelle Marktanalyse durchführte.

Die Entgelte für Wenignutzer sind laut der Analyse allerdings immer noch teurer. Auch die möglicherweise stiefmütterliche Behandlung von Bestandskunden haben die Behörden im Visier. Sie wollen den Netzbetreibern weiterhin auf die Finger schauen. "Effizienter Wettbewerb ist entscheidend für niedrige Tarife", so BWB-Chef Theodor Thanner.

Wertkarten zeitweise bis zu 30 Prozent teurer

Nach der Übernahme von Orange im Jahr 2012 erhöhten sich die inflationsbereinigten Preise für Bestandskunden in den Jahren darauf um 14 bis 20 Prozent. Wobei Vertragskunden um 13 bis 17 Prozent, Wertkartennutzer um 20 bis 30 Prozent mehr zahlten.

Zur Normalisierung des Marktes trug laut Bericht unter anderem die Diskontoffensive des Hofer-Angebots HoT, hinter dem der Betreiber Ventocom steht, bei. Ventocom kündigte für die nächsten Wochen weitere Aktionen an.

Auch Arbeiterkammer bestätigt Preissenkungen

Zuvor hatte bereits die Arbeiterkammer (AK) die Handypreise von 17 heimischen Mobilfunkanbietern von Jänner bis Dezember 2015 verglichen und ebenfalls einen Abwärtstrend der Preise festgestellt. Demnach ist das Telefonieren und Surfen mit dem Handy um bis zu 30 Prozent billiger geworden - mehr dazu in help.ORF.at

Der Grund: deutlich mehr Anbieter, um 43 Prozent mehr Tarifvarianten und somit mehr Wettbewerb. Grundgebühren, Servicepauschalen und Aktivierungskosten sind allerdings nahezu gleich geblieben, sofern Servicepauschalen und Aktivierungskosten überhaupt verrechnet werden, so die AK in ihrer Analyse.

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14.03.2016