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Drohne vor einem Flugzeug

Freizeitspaß Drohnen: Regeln für Hobbypiloten

Moderne Drohnen sind kinderleicht zu fliegen, entsprechend beliebt sind sie unter Hobbypiloten. Doch nur die wenigsten Drohnenbesitzer wissen, dass es genaue Regeln gibt, wann, wo und wie geflogen werden darf. Help.ORF.at hat beim Flugsport-Fachverband und der für den Flugverkehr zuständigen Austro Control nachgefragt.

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Sie sind klein, durchaus erschwinglich und liefern faszinierende Bilder: Immer öfter sieht man Drohnen bzw. Kopter, wie sie in der Fachsprache heißen, im öffentlichen Raum. Etwa 20.000 Stück wurden allein im Vorjahr in Österreich verkauft. Die Drohnen im Hobbybereich fallen dabei in zwei verschiedene Gerätekategorien: Kleine, etwa Handflächengroße Drohnen, mit oder ohne Kamera, sind als "Spielzeug" klassifiziert. Da die Verletzungsgefahr durch diese Minidrohnen selbst bei einem Zusammenstoß sehr gering ist, gibt es hier keine rechtlichen Nutzungseinschränkungen außer der maximalen Flughöhe von 30 Metern. Der Inhaber kann nach dem Kauf gleich losfliegen.

Drohne (hier DJI Phantom 3) im Größenvergleich mit einem Aktenordner

Die beliebtesten Geräte

Komplizierter ist die Rechtslage bei den etwa Pizzakarton-großen Drohnen im Mittel- bis Profibereich, die bei Hobbyfliegern besonders gefragt sind. Die Mehrzahl der verkauften Geräte fällt in diese zweite Gerätekategorie. Besonderes beliebt sind hier die Modelle des chinesischen Herstellers DJI (Phantom und Inspire), wie die Zugriffszahlen der Preisvergleichsplattform Geizhals.at zeigen. Die Preisspanne liegt hier zwischen 400 und 4.000 Euro. Auch bei dem Elektrohändler Conrad sind über ein Viertel aller verkauften Drohnen von DJI. Ebenfalls viel nachgefragt werden laut Geizhals.at Modelle der chinesischen Firma Yuneec und des französischen Unternehmens Parrot SA.

Sichtweite, Flughöhe maximal 150 Meter

Nicht ganz so einfach wie die Bedienung der Fluggeräte sind die gesetzlichen Regeln rund um den freizeitlichen Flugspaß. Hier herrscht nach wie vor viel Verwirrung. "Wir haben täglich zig Anfragen zu diesem Thema. Darf ich fliegen? Wo darf ich fliegen? Ich möchte filmen, was muss ich beachten?" so Wolfgang Semler vom österreichischen Flugsport-Fachverband Aeroclub im Gespräch mit help.ORF.at.

Das Smartphone wird mit der Fernbedienung verbunden und zeigt die Livebilder der HD-Kamera

Für den Betrieb der ein bis zwei Kilogramm schweren Mittelklasse-Drohnen ist nicht nur eine Versicherung vorgeschrieben, sie unterliegen als "Unbemannte Luftfahrzeuge der Klasse 1 Kategorie A" (so die exakte Bezeichnung bei der Austro Control) auch speziellen Auflagen. So darf die Drohne nur in Sichtweite und nicht weiter als 500 Meter entfernt geflogen werden. Die maximale Flughöhe beträgt 150 Meter.

Knackpunkt ist die Speicherung

Eine spezielle Bewilligung ist erforderlich, sobald mit der Bordkamera Fotos bzw. Videos gemacht und auch gespeichert werden - unabhängig davon, ob die Aufnahmen privater oder gewerblicher Natur sind. Hat das Gerät keine Kamera, wird diese nicht benutzt oder werden etwa am Smartphone oder mittels Videobrille nur Live-Aufnahmen während des Fluges verfolgt, aber nicht aufgezeichnet, braucht es keine Genehmigung. Zuständig ist die nationale Luftfahrtbehörde Austro Control.

Einen Antrag auf Bewilligung ihres Freiluft-Filmvergnügens können Hobbypiloten über die Website der Austro Control stellen. Die Bearbeitung dauert bei einem Erstantrag im Durchschnitt zwei bis drei Monate. "Jede Drohne, die von der Austro Control bewilligt ist, bekommt ein Datenschild, ähnlich dem Nummerntaferl eines Autos. Anhand dessen ist klar zuordenbar, wer die Drohne fliegen darf und wem sie gehört," so Pressesprecher Markus Pohanka.

Bewilligung für viele zu teuer

Im vergangenen Jahr haben einige hundert Drohnenbesitzer eine Bewilligung beantragt, verkauft wurden aber etwa 15.000 Drohnen dieser Klasse. Entsprechend hoch ist vermutlich die Anzahl der Hobbyflieger, die ohne Erlaubnis Fotos und Videos aufzeichnen. Das liegt vermutlich nicht nur an der Unkenntnis der Vorschriften, sondern auch den Kosten.

Mit 300 bis 400 Euro müssen private Drohnenbesitzer durchschnittlich rechnen, um eine solche Bewilligung zu erhalten. In Relation zu den Drohnenpreisen, die schon bei wenigen hundert Euro anfangen, durchaus teure Nebenkosten. Vor allem weil die Bewilligung bei einem Erstantrag immer nur für ein Jahr gilt. Danach muss neu eingereicht und neu bezahlt werden. Eine weitere Lizenz kann dann auf zwei Jahre ausgestellt werden.

Mit Bewilligung: Ruhezeit am Sonntag?

Auch eine bestimmte Standard-Klausel in der Bewilligung ärgert die Freizeitpiloten: Während werktags von 8 bis 18 Uhr geflogen werden darf, werden die Flugzeiten von der Austro Control ausgerechnet am Wochenende stark beschränkt. Am Samstag dürfen die Piloten mit ihren lizenzierten Geräten nur bis 14 Uhr und am Sonntag gleich gar nicht ihrem Hobby frönen.

"Die Hobbypiloten sind sicher gern so lange und so oft wie möglich unterwegs, auf der anderen Site muss man aber auf diejenigen Rücksicht nehmen, die vielleicht nicht so viel Freude mit vielen Drohnen im Luftraum haben und damit, dass da permanent geflogen wird", so Austro-Control-Sprecher Pohanka. Auf diese Personen gelte es Rücksicht zu nehmen und daher gebe es die festgelegten Betriebszeiten.

Blick auf Steyr (DJI Phantom 3) Download des Bildes in Originalauflösung (WeTransfer, 5 MB)

Keine Flüge über Menschen oder Gebäuden

Ganz nachvollziehen lässt sich diese Zeiteinschränkung allerdings nicht: Das Fliegen über Menschenansammlungen oder Gebäuden ist nämlich ohnehin streng verboten. Vom Traum vom Fliegen über den Wahrzeichen der Stadt müssen sich ambitionierte Hobbypiloten also verabschieden. Ein spontaner Start vom nächstgelegenen Park – für private Drohnenfans nicht erlaubt.

Erlaubt ist das Fliegen nur in freiem Gelände und auf Modellflugplätzen - die verschiedenen Modellflugvereine helfen hier gerne weiter. "Am einfachsten ist, sie melden sich bei uns, wir haben ein Verzeichnis regionaler Modellflugplätze. Neben einem sicheren Platz zum Fliegen, findet man hier auch Leute, die sich auskennen und beim Einstieg helfen können," so Semler vom Aeroclub.

Beate Macura, help.ORF.at

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30.04.2016