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Rechungen werden mit dem Handy kontrolliert

Contentdienst: Einmal verklickt kostet hunderte Euro

Die Handyrechnung regelmäßig zu kontrollieren zahlt sich aus. Denn wer übersieht, dass er Content- oder Mehrwertdienste konsumiert, muss mit hohen Kosten rechnen. Auch wenn völlig unklar ist, wie der Vertrag zustande gekommen ist. Manchmal ist dafür nur ein falscher Klick beim Surfen verantwortlich.

Smartphone

Fast 700 Euro für Mehrwertdienste - so viel musste ein Kunde von "Drei" über einen Zeitraum von knapp einem Jahr bezahlen. Dass er das nicht bemerkt hatte, lag an einem unglücklichen Zufall: Er arbeitete in dieser Zeit oft im Ausland und hielt die hohen Summen für Roaming-Gebühren.

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Abo mehr als ein Jahr nicht bemerkt

Erst vor kurzem kontrollierte er dann seine Rechnungen und entdeckte unter dem Punkt "Premium SMS und Dienste" regelmäßige Abbuchugen zwischen 40 und 50 Euro. Auf Nachfrage bei "Drei" erfuhr er dann, dass er bereits im Dezmeber 2014 einen Vetrag mit der Firma Nidononline abgeschlossen hatte.

Wie das passiert sein soll, kann sich der Kunde nicht erklären. Auch der Mobilfunkanbieter kann den Vertragsabschluss heute nicht mehr nachvollziehen. Alle Daten werden dem Telekommunikationsgesetz entsprechend nach drei Monaten gelöscht.

Einen Hinweis geben bis jetzt nur Erfahrungsberichte anderer Betroffener: In Internetforen berichten zahlreiche unfreiwillig "Nidononline"-Abonnenten aus Deutschland, dass sie beim Surfen im Netz einfach nur eine Werbung weggeklickt hätten. Prompt bekamen sie ein SMS ihres Anbieters über einen Vertragsabschluss mit der rumänischen Firma.

Kunden sollten Rechnungen prüfen

Nachdem der Kunde weder weiß, wie der Vertrag zustande gekommen ist, noch was er eigentlich konsmiert haben soll, hat er seine Rechnungen beeinsprucht. Das ist allerdings nur drei Monate rückwirkend möglich. Aus Kulanz war der Mobilfunkanbieter "Drei" jedoch bereit, die abgebuchten Beträge der vergangenen sechs Monate rückzuerstatten.

Dennoch hält "Drei" in einer Stellungnahme fest, dass die Kunden auch eine Sorgfaltsverpflichtung zu erfüllen haben. Um solche Probleme zu vermeiden, sollten sie ihre Rechnungen regelmäßig genau überprüfen, schreibt "Drei" an help.ORF.at.

Kritik: missverständliche Bezeichnung

Gregor Goldbacher von der Schlichtungsstelle der Rundfunk- und Telekomregulierungssbehörde, RTR, sieht das ähnlich. Der Jurist kritisiert allerdings, dass die Angaben zu solchen Abos und Contentdiensten auf der Rechnung meistens nicht eindeutig sind.

"Die Bezeichnungen sind von Betreiber zu Betreiber sehr unterschiedlich und führen leicht zu Missverständnissen", sagt Goldbacher. Das heißt, sie sind als außergewöhnlicher Rechnungsposten nicht immer leicht zu identifizieren.

Empfehlung: generelle Sperre

Wer solche Probleme generell umgehen möchte, der sollte Mehrwert- und Contentdienste beim Mobilfunkanbieter sperren lassen. Aber auch hier ist orsicht geboten: Bei manchen Anbietern fallen auch Serives wie Handy-Parken oder Handy-Ticktets für die U-Bahn in diese Kategorie.

Mittlerweile ist es auch für die Kunden schwieriger geworden, ungewollte Vertragsabschlüsse zu übersehen.
Die meisten Mobilfunkabieter, darunter auch "Drei", verschicken SMS und Emails, wenn ein Vetrag mit einem solchen Aboservice zustande kommt. Dann sollte man sofort den Kundenservice kontaktieren und den Missbrauch melden.

07.05.2016