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Kreditkarten der Firmen Mastercard und Visa.

Teures Geldabheben und Wechseln im Urlaub

Plastikgeld im Urlaub ist bequem, kann aber auch zur Spesenfalle werden. Dieses Resümee zieht die Arbeiterkammer (AK) kurz vor Beginn der Sommerurlaubssaison. Anders als in Österreich geht es in anderen Ländern durchaus ins Geld, wenn am Bankomaten Geld abgehoben wird. Auch das Geldwechseln kann teuer kommen.

Geld

Zahlen ist mit Plastikgeld in den Ländern der Euro-Zone spesenfrei, Abheben nicht immer. In Nicht-Euro-Ländern fallen immer Spesen an, so die AK. Für ihre Erhebung haben sich die Tester Karten von American Express, Card Complete, Diners Club und PayLife angesehen.

Für bestimmte Länder außerhalb Europas und der USA muss man die Bankomatkarte wegen der GeoControl-Funktion für das Geldabheben freischalten lassen. Die Banken würden auf ihren Websites darüber informieren, in welchen Ländern die Bankomatkarte uneingeschränkt verwendet werden kann, so die AK in einer Aussendung. "Ist der gewählte Urlaubsort nicht dabei, lassen Sie die Karte dafür von der Bank freischalten", so AK-Konsumentenschützerin Michaela Kollmann. Für Beschwerden ist auch die Gemeinsame Schlichtungsstelle der österreichischen Kreditwirtschaft zuständig.

Am Bankomaten in Deutschland

Beim Geldabheben im EU-Ausland gelte es auf zusätzliche Spesen zu achten, vor allem in Deutschland. Werden Bankomaten dort von Abwicklungsgesellschaften betrieben, könnten Spesen beim Abheben anfallen, so die AK. Das komme vor allem bei Bankomaten vor, die nicht direkt bei einer Bankfiliale, sondern etwa bei Autobahnraststätten zu finden sind. Die Info über die Spesen scheine jedenfalls am Display auf. "Brechen Sie die Transaktion ab, wenn Sie das nicht zahlen wollen", rät Kollmann.

Generell widersprechen derartige Spesen einer EU-Verordnung, wonach grenzüberschreitende Zahlungen nicht mehr kosten dürfen als im Inland. Falls doch einmal Spesen verrechnet wurden, solle man sich an seine Hausbank wenden und sich auf die Verordnung berufen, so die Expertin.

Spesen außerhalb der Euro-Zone

Wer im Nicht-Euro-Raum am Bankomaten abhebt, muss laut AK mit Spesen von 0,75 Prozent plus 1,82 bis 1,90 Euro rechnen. Die ING DiBa verlange generell zwei Euro. Beim Bezahlen machten die Spesen 0,75 Prozent plus 1,09 bis 1,15 Euro aus. ING DiBa verlange hier mit jeweils einem Euro wiederum weniger. Wer zum Beispiel hundert Euro in einer Fremdwährung abhebe, müsse mit zwei bis 2,65 Euro an Spesen rechnen, beim Zahlen mit einem bis 1,90 Euro. Dass einige Banken in gewissen Nicht-Euro-Ländern, etwa Schweden, keine Spesen für das Abheben oder Bezahlen verlangen, bewerten die AK-Konsumentenschützer positiv.

Teures Geldabheben mit Kreditkarte

Wer mit der Kreditkarte abhebt, muss auch in Österreich mit drei bis 3,3 Prozent des abgehobenen Betrages rechnen, mindestens aber mit 2,50 bis vier Euro. Wer in Nicht-Euro-Ländern urlaubt, zahlt beim Einkaufen mit der Kreditkarte Spesen von 1,5 bis zwei Prozent, beim Abheben kommt zu den drei bis 3,3 Prozent oder den Mindestspesen noch eine Manipulationsgebühr von bis zu zwei Prozent dazu. Wer etwa hundert Euro in einer Fremdwährung abhebt, müsse mit fünf bis 5,50 Euro an Spesen rechnen, beim Bezahlen mit 1,50 bis zwei Euro. In Nicht-Euro-Ländern solle man auf Kursschwankungen achten, so die AK, denn der Wechselkurs könne am Zahltag ein anderer sein als am späteren Abbuchungstag.

Bis zu 5,80 Euro für Geldwechseln

Beim Geldwechseln in eine Fremdwährung können die Spesen bis zu drei Prozent ausmachen. Banken können auch Mindestspesen verlangen. Diese betragen zwischen null und 5,80 Euro, wie eine Befragung von sechs Banken durch die AK Wien zeigte. Das Wechseln kleiner Beträge kann somit sehr teuer werden.

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24.05.2016