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Aktenstoß bei Gericht

Dritte Sammelklage gegen steirische Hypo

Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) hat in Sachen geschlossene Fonds des deutschen Emissionshauses MPC eine weitere Sammelklage gegen die Hypo Steiermark und die CPM, den Österreicharm der MPC, eingebracht. Der Streitwert der mittlerweile insgesamt drei Sammelklagen beträgt knapp drei Millionen Euro.

Geld

Bei den ersten beiden, bereits gerichtsanhängigen Verfahren gegen die steirische Hypo (gehört zu Raiffeisen) und CPM geht es um 2,5 Millionen Euro, die 33 Anleger als Schaden beklagen. Bei der dritten Sammelklage vertritt der VKI nun weitere 15 Anleger, die angeben, nicht ausreichend über die Risiken aufgeklärt worden zu sein. Der Streitwert beträgt 480.000 Euro.

Streit über Preise angekaufter Immobilien

In der ersten Sammelklage wird am Mittwoch weiter verhandelt. Gestritten wird unter anderem um den Kaufpreis, zu dem die Fondsgesellschaft die Büroimmobilien in Holland ankaufte. Laut eines Gutachtens des Emissionshauses entsprachen die Preise den Marktwerten, laut eines Gegengutachters des VKI ist hingegen nicht alles mit rechten Dingen zugegangen. Die Rede ist von ungerecht-fertigten Zwischenverkäufen. MPC bestritt sämtliche Vorwürfe bisher vehement.

Vor der Finanzkrise kauften in Österreich rund 17.000 Anleger 70 verschiedene Fonds der Firma MPC. Fast alle großen heimischen Banken vertrieben die Produkte als relativ sichere Anlage. Außer der Hypo Steiermark verglichen sich alle Banken außergerichtlich mit dem VKI, an den sich insgesamt rund 2.500 Anleger mit einem mutmaßlichen Schaden von 170 Millionen Euro gewandt hatten. Der VKI geht seit längerem an mehrerlei juristischen Fronten gegen die MPC-Gruppe vor.

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31.05.2016