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Schiffsfonds: Verjährung läuft pro Beratungsfehler

Der Oberste Gerichtshof (OGH) hat in einer Reihe von Urteilen im Zusammenhang mit den Schiffsfonds des Hamburger Emissionshauses MPC Münchmeyer Petersen Capital AG bekräftigt, dass für jeden Beratungsfehler die Verjährungsfrist einzeln läuft, so der Verein für Konsumenteninformation (VKI) in einer Aussendung.

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Nicht so klar ist, ob es ein eigenständiger Beratungsfehler ist, wenn Anlegern in Schiffsfonds nicht klargemacht wurde, dass ausgeschüttete Gewinne zurückgefordert werden können, weil sie nicht aus Gewinnen stammten, sondern nur eine Rückzahlung der Einlage darstellten. Hier habe zwar der dritte Senat darauf verwiesen, dass über diesen Umstand aufgeklärt werden müsse. Der fünfte und sechste Senat hätten aber festgestellt, dass diese Information nur ein Teilaspekt des Totalverlustrisikos sei. Die Verjährung beginne daher, sobald der Anleger über das Totalverlustrisiko Bescheid wusste.

Grundsätzlich hat ein Geschädigter nach österreichischem Recht ab dem Moment, in dem er vom Schaden und dem Schädiger Kenntnis erlangte oder erlangen konnte, drei Jahre Zeit, um eine Entschädigung zu fordern. 30 Jahre nach Vertragsabschluss endet aber jede Verjährungsfrist (absolute Verjährungsfrist).

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15.06.2016