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Schlafendes Baby

Babyfone sind häufig mangelhaft

Babyfone sollen Eltern ermöglichen das Kleine zwischendurch auch alleine im Zimmer zu lassen und sorgenfrei in den Garten oder einen Sprung zum Nachbarn gehen oder beruhigt Fernsehen zu können. Sobald das Baby im anderen Zimmer aufwacht, wird versprochen, hört mans übers Babyfon. Doch sorglos zurücklehnen können sich die Eltern trotz Babyfone nicht, denn die meisten der angebotenen Geräte versagen, zeigt eine Untersuchung der Stiftung Warentest.

Test

Heutzutage werden Handys und andere mobile Geräte mit den besten Übertragungsqualitäten angeboten. Bei Babyfonen hingegen versagt die Technik noch immer häufig, bemängelt Peter Knaak, Redakteur bei der Stiftung Warentest:

Nur zwei von 16 sind zu empfehlen

"Wir haben 16 Babyfone getestet und können tatsächlich nur zwei empfehlen, das "Philips Avent SCD525" und das "vtech CS 120". Diese beiden Geräte sind eben so, dass sie Probleme auf der Funkstrecke bemerken, davor warnen, automatisch auch möglichst alles auspegeln. Und sie sind eben auch narrensicher zu bedienen. Das heißt: Jede Fehlbedienung, die ich vornehme, wird sofort auch mit einem Fehlerton quittiert, beziehungsweise gar nicht erst angenommen. Und damit bin ich tatsächlich in der Lage zu vertrauen auf das Gerät. Wir haben die Babyfone in erster Linie auf ihre Funktionen getestet - für sich genommen. Wir haben eine Geräuschquelle wie ein Baby in ein Zimmer platziert, das Babyfone daneben gestellt, die Empfindlichkeit so eingestellt, dass es eben ruhig bleibt, wenn das Kind nichts sagt, aber anspringt, wenn es schreit. Und als verschärften Test haben wir dann geguckt: Was passiert, wenn sich mehrere Eltern treffen, die die gleichen Babyfone haben. Reagiert dann meins auf das Baby vom Nachbarn oder gibt es Ausfälle wie wir sie dann auch feststellten?“

Unterschiedlichstwe Mängel

Die meisten Geräte haben irgendwelche Macken. Mal suchen sie sich bei mehreren in Betrieb befindlichen Babyfonen keinen freien Funkkanal und schalten im schlimmsten Fall die Verbindung einfach ab. Oder die Handhabung ist schlicht und einfach schlecht. Peter Knaak:"Alle Geräte im Test setzen auf Funktechnik. Und diese Funktechnik wird sehr unterschiedlich eingesetzt. Zum Teil führt das dazu, dass Geräte reihenweise den Funkkanal nicht wechseln, obwohl eine Störquelle da ist, man bei anderen wiederum den Kanal wechseln kann, sodass plötzlich das Elternteil nicht mal auf das eigene Babyteil hört. Solche Sachen passieren dann eben.“

Elterliche Obhut ist nicht zu ersetzen

Die gute Nachricht: Angst vor Elektrosmog müssen besorgte Eltern bei keinem der getesteten Geräte haben, sagt der Stiftung Warentest-Experte: "Das Gerät mit der höchsten Funkbelastung liegt bei sechs Prozent von dem von Dect-Telefonen erlaubten Grenzwert. Das ist sehr, sehr gering. Wenn man dann einen Meter, vielleicht auch zwei Meter Abstand zum Baby hat, ist die Belastung nicht höher als durch die Rundfunksender und durch die Funkmasten ringsum.“

Fazit: Die meisten getesteten Babyfone funktionieren nur selten wirklich zuverlässig. Deswegen sollten diese Geräte nur im Ausnahmefall benutzt werden. Elterliche Obhut ist halt durch nichts zu ersetzen - auch nicht durch ein Babyfon.

07.05.2011