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Kind bläst Luftballon auf

Luftballons aufblasen für Kinder künftig nur unter Aufsicht

Kinder unter acht Jahren sollten nach der neuen EU-Richtlinie für die Sicherheit von Spielzeug nicht ohne Aufsicht eines Erwachsenen Luftballons aufblasen. Berichte, wonach das Aufblasen von Ballons oder die Verwendung von Partytröten für Kinder verboten würde, wies die EU-Kommission zurück.

Sicherheit

Laut mehreren Zeitungsberichten bezeichnete die EU-Kommission derartige Berichte als "komplett unwahr". Es gehe lediglich um Warnhinweise, um Unfälle zu vermeiden.

Unfälle mit tödlichen Verletzungen

In den von der EU-Kommission erstellten "erläuternden Leitlinien" zur EU-Spielzeug-Sicherheitsrichtlinie heißt es: "Ballons aus Latex müssen mit einem Warnhinweis versehen sein, dass Kinder unter acht Jahren beaufsichtigt werden müssen und defekte Ballons zu entsorgen sind." Diese Warnhinweise sind laut Kommision infolge von Unfällen durch Einatmen von Luftballonteilen aufgenommen worden, bei denen es auch zum Tod durch Ersticken gekommen sei.

Die EU-Kommission erklärte, dass nach Angaben des britischen "Child Accident Prevention Trust" jedes Jahr in Großbritannien mehr als 15.000 Kinder unter fünf Jahren und weitere 10.000 Kinder im Alter zwischen fünf und 14 Jahren in Notambulanzen mit Erstickungsanfällen behandelt werden müssen. Nur die Hälfte der Unfälle sei auf Essen zurückzuführen.

Auch in den USA gebe es ähnliche Vorschriften. Nach Angaben der US-"Consumer Product Safety Commission" seien Latex-Ballons für tödliche Erstickungsfälle bei Kindern verantwortlich. Stärkere Plastikballons müssten den Warnhinweis nicht tragen.

Richtlinie bereits umgesetzt

Die neue Spielzeug-Sicherheitsrichtlinie war 2009 von den EU-Staaten und vom Europaparlament beschlossen worden. Die Staaten mussten die Richtlinie bis 20. Jänner dieses Jahres in nationales Recht umsetzen. Die bisherigen EU-Vorschriften stammten aus dem Jahr 1988.

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13.10.2011