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Menschen in einem Einkaufszentrum

Kauf-Nix-Tag für bewussteren Konsum

Zugleich mit dem ersten langen Einkaufssamstag vor Weihnachten wird diese Woche international der Buy-Nothing-Day oder Kauf-Nix-Tag begangen. Während der Handel mit vielen Schnäppchen in die Weihnachtssaison startet, sollen Konsumenten an diesem Tag aufs Einkaufen verzichten und zum Nachdenken über das eigene Konsumverhalten angeregt werden. Der Fokus liegt dabei auf fairen Produktionsbedingungen und Nachhaltigkeit.

Einkaufen

Besonders auffällig wird der Kauf-Nix-Tag in Österreich nicht begangen - laut Wirtschaftskammer waren in den vergangenen Jahren dazu keine Umsatzeinbrüche im Handel zu verzeichnen. Aber viele Konsumentinnen und Konsumenten können der Idee des kurzfristigen Konsumverzichts durchaus etwas abgewinnen, wie eine kurze Umfrage auf der Wiener Mariahilfer Straße zeigt. Organisationen wie Attac und Greenpeace beteiligen sich hierzulande zwar nur teilweise an dem Aktionstag, begrüßen aber den Aufruf zu mehr Konsumbewusstsein.

Zeit zum Nachdenken

Die Welt könne man damit vielleicht nicht retten, sagt der VKI-Experte Peter Blazek, aber: "Grundsätzlich finden wir vom Verein für Konsumenteninformation alles gut, was das Bewusstsein verstärkt für faire Produkte, für umweltfreundliche Produkte, für Produkte aus dem regionalen Raum. Es macht Sinn, dass Sie einmal einen Tag nichts kaufen und die Zeit nützen, um zu überlegen: Will ich das überhaupt, brauch ich das überhaupt, kann ich nicht drauf verzichten oder kann ich nicht ein alternatives Produkt kaufen, womit ich auch einen Beitrag leiste zu mehr Nachhaltigkeit."

Informationen einholen

Nachhaltig wäre es zum Beispiel, Produkte reparieren zu lassen, anstatt sofort Neues zu beschaffen. Am Kauf-Nix-Tag könnte man sich Zeit nehmen, um sich genauer über nachhaltiges Konsumverhalten und fragwürdige Herstellungsbedingungen zu informieren, sagt Peter Blazek vom VKI: "Wir versuchen, den Konsumenten nach unseren Möglichkeiten Tipps zu geben. Wir machen Ethiktests, die eine Orientierung bieten, welche Unternehmen nachhaltiger sind als die anderen. Und es gibt andere Organisationen, die auch versuchen, Unternehmen nach ihrem Verhalten zu bewerten. Es ist halt leider so, dass es keine zentrale Stelle gibt - also man muss sich ein bisschen umhören. Aber man weiß, es gibt Bioprodukte, es gibt Fairtrade-Produkte, es gibt gewisse Gütesiegel, die vertrauenswürdig sind."

24.11.2012