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Teelichter problematisch für Umwelt und Gesundheit

Teelichter sind eine praktische Erfindung. Im Gegensatz zu anderen Kerzen ist das Wachs bereits in kleine Schalen gegossen. Mit Duft versetzt sorgen sie für gute Gerüche. Und, sie kosten relativ wenig, weswegen sie meist in großen Mengen verwendet werden. Die Teelicht-Behälter aus Aluminium und die eventuell enthaltenen künstlichen Duftstoffe stellen allerdings eine Belastung für Gesundheit und Umwelt dar.

Wohnen

Wie der Name schon sagt, wurden Teelichter ursprünglich dafür konzipiert um Tee auf Keramik-Stövchen warm zu halten. Diese Zeiten sind vorbei. Heutzutage werden sie vor allem als Dekoration im Raum verteilt. Ihr Vorteil wird in der kostengünstigen Anschaffung gesehen, weswegen sie gerne verschwenderisch genutzt werden. Und sie kommen durch ihre Aluminiumhülle ohne Kerzenhalter aus.

Problem Aluminiumerzeugung

Gerade diese Alubehälter sind aber das Problem. Denn das Mineral Bauxit, aus dem Aluminium hergestellt wird, ist zwar ausreichend vorhanden. Für Einwegprodukte wie Teelichter, die nach Gebrauch zu Hauff im Müll landen, aber zu schade, erklärt Harald Brugger, Ökotoxikologe bei "die umweltberatung": "einerseits braucht es bei der Herstellung von Aluminium irrsinnig große Energie und auf der anderen Seite braucht es Chemikalien, die die Umwelt stark belasten."

Alu zu schade für Teelichter

Harald Brugger erinnert in dem Zusammenhang an eine der größten Chemiekatastrophen Europas vor zwei Jahren in Ungarn. Damals wurde eine ganze Region mit hochgiftigem Rotschlamm verseucht, der bei der Aluminiumerzeugung anfällt. Der Umwelt zuliebe sollte man daher Aluminium zumindest zur Metallsammelstelle bringen, damit es recycelt werden kann oder wenn möglich darauf verzichten. Etwa Teelichtern gibt es mittlerweile auch ohne Alu-Behälter.

Problem Duftstoffe in Kerzen

Gleichzeitig geht der Trend vor allem um die Weihnachtszeit zu bunten, mit synthetischen Duftstoffen versetzten Teelichtern: "das Problem dabei ist, dass Duftstoffe von Haus aus allergisierend wirken können und bei der Verbrennung entstehen auch noch andere Verbindungen, oxidative Prozesse. Die Duftstoffe wandeln sich um und das ist für empfindliche Personen bedenklich", warnt der Ökotoxikologe.

Kaltverampfung mit ätherischen Ölen

Um auf die beliebte, stimmungsaufhellende Raumbeduftung in den Herbst- und Wintermonaten nicht verzichten zu müssen, empfiehlt Ökotoxikologe Harald Brugger eine Kaltverdampfung mit ätherischen Ölen: "das heißt auf einen Bimsstein oder einen Trockenstein draufträufeln und am besten nimmt man natürlich natürliche ätherische Öle aus kontrolliert biologischen Anbau, damit ist man sich auch noch sicher, dass keine Pestizide drinnen sind."

Alternative Bienenwachskerzen

Oder man greift zu Bienenwachskerzen. Ihr Vorteil ist:
hier werden keine Erdölderivate verwendet wie bei der Herstellung billiger Teelichter, so Harald Brugger. Bienenwachskerzen sind ein natürliches Abfallprodukt der Honigerzeugung, duften von sich aus angenehm weihnachtlich, belasten nicht das Raumklima und sind inzwischen auch in Form von Teelichtern erhältlich.

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08.12.2012