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Zahnpasta auf Zahnbürste, Nahaufnahme

Test: Sehr gute Zahnpasta für wenig Geld

Gemeinsam mit der Stiftung Warentest hat der Verein für Konsumenteninformation zwölf Zahnpasten getestet. Die gute Nachricht: Um die Zähne vor Karies zu schützen, muss man nicht tief in die Tasche greifen. Ausgerechnet die zwei teuersten Produkte im Test sind durchgefallen.

Stiftung Warentest

Hofers Eigenmarke Dentofit und Lidls Produkt Dentalux wurden mit sehr gut bewertet. Mit 36 Cent für 100 Milliliter bieten sie auch das beste Preis-Leistungs-Verhältnis. Günstig sind auch die Produkte von Müller, Penny und dm, die mit gut abgeschnitten haben. Sie alle schützen sehr gut vor Karies.

Testsieger nichts für empfindliche Zähne

Geschlagen wurden sie nur vom Testsieger Theramed Complete Plus. Der ist mit 2,15 Euro pro 100 Milliliter zwar erheblich teuer, entfernt dafür Zahnverfärbungen am gründlichsten. "Der Testsieger ist allerdings nur für Konsumenten geeignet, die keine empfindlichen Zahnhälse haben", sagt Bernhard Matuschak, Redakteur beim Magazin Konsument. Die Zahncreme hat nämlich mehr sogenannte Putzkörper, die die Zahnoberfläche kräftig abreiben. "So werden Zahnverfärbungen von Nahrungsmitteln, Nikotin und Kaffee abgeschmirgelt", so Matuschak. Einen hohen Abrieb haben besonders Zahncremes mit Weißeffekt-Auslobung. Sie können die Zähne aber nie weißer machen, als sie von Natur aus sind.

Teuersten Produkte fallen durch

Das wichtigste Testkriterium war die Kariesprophylaxe. Zehn der zwölf getesteten Zahnpasten räumten hier ein sehr gut ab, weil sie Fluorid beinhalten, nicht zu verwechseln mit dem giftigen Gas Fluor. Ausgerechnet die zwei teuersten Zahnpasten sind durchgefallen. Sie enthalten im Gegensatz zu den anderen Zahnpasten kein Fluorid. Laut den Testern leisten sie deshalb weder eine ausreichende Kariesprophylaxe, noch schützen sie vor Plaque, Zahnstein und Parodontitis. "Fluorid ist die einzige Substanz, die für eine gute Kariesprophylaxe sorgen kann. In diesem Test haben zwar zwei sogenannte Bio-Produkte schlecht abgeschnitten, aber es gibt auch Bio-Produkte, die eine sehr gute Kariesprophylaxe leisten", sagt der Konsument-Redakteur. So hat die Bio-Zahnpasta der Dm-Eigenmarke Alverde mit gut abgeschnitten. Genauso wie die zwei Marken Blend a med und Colgate.

Fluorid wichtig, Kräuter nicht

Fluorid werde von Kritikern oft als giftig oder krebserregend eingestuft. Vor allem in sozialen Netzwerken würde viel darüber diskutiert. Wissenschaftliche Belege für eine schädliche Wirkung gebe es aber nicht. Wie so oft gilt: Die Dosis macht das Gift. "Fluorid würde für einen Erwachsenen mit 75 Kilo erst gefährlich werden, wenn er mehr als 30 Tuben Zahnpasta auf einen Sitz isst", verbildlicht Matuschak die Dimension einer lebensgefährlichen Überdosis. Fluorid kommt überall in der Natur vor, im menschlichen Körper vor allem in Knochen und Zähnen. In der Zahnpasta hilft es der Zahnoberfläche Mineralien zurückzugeben, macht die Zähne widerstandsfähiger gegen Säuren und beugt somit Karies vor. Einige Hersteller werben damit, dass ihre Zahnpasten zusätzlich Kamille, Minze, Myrrhe oder Salbei enthalten. Die Kräuter sollen den Atem erfrischen, das Zahnfleisch festigen und entzündungshemmend wirken. Das ist ein übertriebenes Werbeversprechen. "Es fehlen die Beweise, dass Kräuter in Zahnpasten wirklich entzündungshemmend sein können. Da kommt man mit Zinkchlorid weiter, denn das ist nachweislich entzündungshemmend", sagt der Konsument-Redakteur.

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20.06.2015