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Ein Radfahrer fährt durch einen verschneiten Park

Tipp: Eingefrorene Smartphones sicher auftauen

Spät aber doch ist es richtig kalt und winterlich geworden. Die Jahreszeit bringt aber auch ungeahnte Gefahren für empfindliche Geräte mit sich. Wenn man das Handy für ein paar Stunden in Schnee und Kälte vergessen hat, sollte man es nur vorsichtig und möglichst langsam wieder auftauen.

Technik

Man kennt das Phänomen vor allem von alten Handys und Smartphones: Das Display reagiert nur mehr sehr langsam oder das Telefon schaltet sich gleich ganz ab. Regel Nummer eins bei möglichen Kälteschäden ist, nicht zu versuchen, das Gerät aufzuwärmen, sagt Hans Czerulla vom Computermagazin c't: "Also bloß nicht in den Backofen oder die Mikrowelle oder irgendwie besonders schnell wieder auf Temperatur bringen. Am besten einfach nach Hause gehen, es auf den Tisch legen und abwarten. Irgendwann wird es wieder ganz normal funktionieren." Denn wenn man es zu schnell aufwärmen würde, könnte es zu Problemen kommen, etwa dass sich Kondenswasser bildet. Das könnte die Hardware beschädigen, so Czerulla: "Also einfach abwarten."

Abwarten statt aufwärmen

Das gilt übrigens für alle Elektrogeräte: Kälte ist für sie vor allem dann gefährlich, wenn es wieder warm wird. Denn dann kann kalte Luft im Gerät kondensieren und einen Kurzschluss verursachen. Auch einen Laptop, der aus der Kälte kommt, sollte man daher nicht sofort einschalten. Besser ist es, ein paar Minuten zu warten, bis das Gerät sich an die Zimmertempteratur angeglichen hat. Ganz falsch wäre es, das Gerät dazu auf die Heizung zu legen, erklärt Czerulla: "Die Heizung ist genauso ein Fall wie Backofen und Mikrowelle, die kann auch zu heiß werden. Da kann es sein, dass das Plastik anfängt zu schmelzen."

Kälteschutz durch Kleidung

Generell sei das Risiko aber gering, dass Smartphones auch bei starken Wintertemperaturen bleibende Schäden davon tragen: "Erst bei unter Minus zehn bis Minus 20 Grad würde man überhaupt was merken. Dann könnte es sein, dass es nicht mehr richtig reagiert oder der Akku vielleicht ein bisschen spinnt." Solche Bedingungen gibt es hierzulande aber eher selten. Selbst wenn es draußen bitterkalt ist, halten sich die Gefahren in Grenzen, so der Experte: "Diese Temperaturen werden im Gehäuse des Geräts ja nur erreicht, wenn man es nicht am Körper trägt. Solange man das Gerät in der Hosentasche, in der Jackentasche, in der Skijacke hat, wird es ja nie so kalt wie die Außentemperatur. Und dann macht es auch eigentlich keine Probleme."

Plastikfolie als Nässeschutz

Wer also beim Skifahren bereit ist, das Handy unter etlichen Schichten Kleidung hervorzukramen, braucht sich wegen möglicher Kälteschäden keine Sorgen zu machen. Einen Tipp hat Hans Czerulla trotzdem: "Wenn man Ski fährt, dann kann man das Gerät auch noch einfach in einen wasserdichten Beutel oder einen Plastikbeutel geben, dann wird es nicht nass." Denn ein durch Schnee verursachter Schaden gilt meist als Wasserschaden oder Feuchtigkeitsschaden - und der wird üblicherweise von einer Geräteversicherung nicht gedeckt.

16.01.2016