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Vertragsstreit und Abofallen häufigste Ärgernisse

Ungewollte automatische Vertragsverlängerungen, Abofallen und vermeintliche Gratisangebote haben österreichischen Konsumenten im letzten Jahr besonders zu schaffen gemacht. Über 5.000 Anfragen verzeichnete der Internet-Ombudsmann, teilte die Streitschlichtungsstelle in ihrer Bilanz mit.

Bilanz 2015

Rund 86 Prozent der insgesamt 5.428 Fälle, die dem Internet-Ombudsmann gemeldet wurden, wurden erfolgreich bearbeitet. Insgesamt ersparten sich Konsumenten dadurch Kosten bzw. Schäden in der Höhe von rund 820.000 Euro, so der Ombudsmann in einer Aussendung. Die durchschnittliche Schadenshöhe pro Fall lag laut der Stelle bei 224 Euro.

Probleme mit Singlebörsen und Erotikabos

"Es ist wichtig, Konsumentinnen und Konsumenten mit einem niederschwelligen Angebot zur Schlichtung im Problemfall zu unterstützen", so Bernhard Jungwirth, Projektleiter Internet-Ombudsmann.

Bei fast der Hälfte der Beschwerden handelte es sich demnach um Vertragsstreitigkeiten. Probleme gab es desweiteren vor allem bei Dienstleistungen wie Partnerbörsen, Reisebuchungen, E-Mail-Services und Erotikabos. Aus klassischen Online-Warenkäufen entwickeln sich in der Regel hingegen keine Streitfälle, so die Bilanz beim Internet-Ombudsmann

Vermeintliche Gratisangebote

Auf Platz zwei der Ärgernisse aus dem Netz befinden sich vermeintliche Gratisangebote. Sie machten zwölf Prozent der Beschwerden aus. Dies betrifft laut Aussendung insbesonders Rechnungen und Mahnungen nach der Registrierung bei vermeintlich kostenlosen Onlinediensten mit Kochrezepten, Routenplanern oder Restpostenverkäufen.

Anstieg bei Abofallen

Viele Nutzer wendeten sich auch wegen Abmahnungen von Urheberrechtsverletzungen von vorwiegend deutschen Rechtsanwälten an die Streitschlichtungsstelle. Auch wenn diese oft tatsächlich stattgefunden hat und somit unstrittig sind, werden oft deutlich überhöhte Forderungen gestellt, warnt der Internet-Ombudsmann. Für das Jahr 2016 wird ein weiterer Anstieg an Beschwerden durch Abofallen prognostiziert, denn im ersten Quartal 2016 lag der Anteil schon über 40 Prozent.

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18.04.2016