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Gefährliches Spielzeug aus China, das zurückgerufen wurde

Gefährliches Spielzeug vor allem aus China

Die meisten gefährlichen Produkte in Europa kommen aus China. Insbesondere Spielzeug (27 Prozent), Kleidung und modische Accessoires (17 Prozent) wurden von den Behörden als riskant gemeldet. Das geht aus einem Bericht der EU-Kommission hervor.

Produktsicherheit

In ihrem Bericht gibt die Brüsseler Behörde einen Überblick über die Produkte, die Behörden in den 28 EU-Staaten sowie Island, Liechtenstein und Norwegen im vergangenen Jahr gemeldet haben.

Chemikalien größte Gefahr

Die Staaten informieren einander über eine EU-Datenbank (Rapex), damit auffällige Waren auch anderswo aus dem Verkehr gezogen werden können. 2015 gab es 2072 Hinweise, weniger als in den Jahren zuvor. Die größte Gefahr für Verbraucher stellen schädliche Chemikalien dar - sie waren in einem Viertel der Fälle der Grund für eine Meldung. Das Risiko von Verletzungen war die zweithäufigste Ursache für einen Hinweis (22 Prozent).

Chinesischen Behörden geben sich machtlos

China ist seit Jahren das Hauptursprungsland für bedenkliche Produkte. Die EU arbeitet mit den dortigen Behörden zusammen beim Versuch, gefährliche Produkte zurückzuverfolgen. Zufrieden zeigt sich die EU-Verbraucherkommissarin Vera Jourova aber nicht. Zwar informieren die Europäer die chinesischen Behörden mittlerweile über jedes auffällige Produkt.

Doch das löse das Problem nicht. "Sie sagen uns, dass sie das Produkt in einem Drittel der Fälle nicht dorthin zurückverfolgen können, wo es hergestellt wurde - also wissen sie nicht, wen sie bestrafen können", so Jourova. Im Juni will sie nach China reisen und Druck ausüben, damit sich die Lage verbessert.

Sorgen bereitet der EU-Kommission auch zunehmend der Einkauf im Internet, der die Überwachung erschwert. Zwar gelten europäische Sicherheitsstandards für alle Produkte, die in Europa verkauft werden. Doch wenn Kunden Waren bei Internetseiten in Drittstaaten bestellen, können die Behörden wenig tun.

Verbraucherschützer fordern mehr Kontrolle

Für die Sicherheit der Verbraucher sei es nicht relevant, woher ein Produkt kommt", so Sylvia Maurer vom europäischen Verbraucherverband Beuc. Schließlich seien die Regeln für alle gleich. "Derzeit wird aber viel zu wenig kontrolliert, um gefährliche Produkte wirksam von den Verbrauchern fernzuhalten." Wichtig sei, dass die Aufsichtsbehörden finanziell und personell gut ausgestattet seien.

Auch die gesetzlichen Vorgaben in Europa könnten noch schärfer ausfallen. Beuc nennt es "unverantwortlich", dass Gesetzes-vorschläge der EU-Kommission aus dem Jahr 2013 zur schärferen Marktüberwachung wegen den Widerstand einiger Staaten nicht vorankommen. Mit ihrer Hilfe könnten gefährliche Produkte schneller vom Markt genommen werden, heißt es.

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25.04.2016