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Rechungen werden mit dem Handy kontrolliert

Mobiles Internet verrechnet oft zu große Datenblöcke

Die meisten Mobilfunkanbieter rechnen Handytelefonate in vollen Minuten ab. Eine sekundengenaue Abrechnung ist hingegen die große Ausnahme, wie ein Test der Arbeiterkammer (AK) ergab. Untersucht wurden insgesamt 113 Handy- und 76 mobile Internettarifmodelle. Dabei zeigten sich große Unterschiede bei der Taktung und Verrechnung der genutzten Datenmenge.

Handy

Insgesamt nahm die AK 17 Anbieter unter die Lupe, darunter A1, T-Mobile, DREI, bob, tele.ring, HoT, Red Bull Mobile, yesss!, S-Budget, UPC, spusu, Ge org!, wowww!, yooopi!, VOLmobil, Allianz und eety.

Byteweise Abrechnung am Besten

Bei der Internettaktung gebe es nicht nur beachtliche Unterschiede zwischen den Anbietern, sondern auch innerhalb der Produkte der einzelnen Anbieter, so die AK. Am besten sei die byteweise Abrechnung, am schlechtesten sei eine Ein-Megabyte-Taktung. So würden beim Abruf einer E-Mail mit fünf Kilobyte Datenverbrauch im besten Fall genau diese fünf KB abgebucht, im schlechtesten Fall aber ein ganzes MB, was mehr als dem 200-fachen der bytegenauen Taktung enspricht, da ein MB 1.024 KB entspricht.

Von den 17 untersuchten Anbietern takten laut AK nur neun alle ihre Produkte gleich. Bei acht Anbietern würde je nach Produkt unterschiedlich getaktet. Bei manchen Produkten ändere sich die Taktung auch abhängig davon, ob man sich innerhalb seines Freidatenkontingents bewegt oder außerhalb.

Die AK kritisiert die Abrechnung "in großen Datenblöcken" und verlangt eine bytegenaue Verrechnung. Diese habe die EU-Kommission in ihrer Roaming-Verordnung mittlerweile auch für Datenroaming vorgesehen. Insofern entspreche die österreichische Entwicklung nicht mehr dem europäischen Trend, argumentieren die Konsumentenschützer.

Telefonieren im Minutentakt

Auch beim Telefonieren verlangt die AK eine einheitliche Sekundentaktung. Laut Erhebung rechnen 15 der 17 getesteten Anbieter Handytelefonate in vollen Minuten ab. Nur spusu taktet laut AK alle Gespräche im Sekundentakt und auch Drei habe einen Standardtarif mit Sekundentaktung. "Bei einer sekundengenauen Abrechnung kommen die Konsumenten zweifellos am besten weg", sagt AK-Konsumentenschützerin Daniela Zimmer. Von den 113 getesteten Tarifen kommt nur bei elf die sekundengenaue Abrechnung zu Anwendung.

Dabei macht der Takt große Preisunterschiede, wie die AK anhand eine theoretischen Tarifvariante von 20 Cent pro Minute vorrechnet. Bei einem Anruf in ein Fremdnetz, bei dem man in der Mobilbox landet und sofort auflegt, zahle man bei einem Tarif mit Sekundentaktung für die eine Sekunde 0,33 Cent. Bei der Minutentaktung wären es 20 Cent. In diesem Fall seien die Verbindungskosten bei der Minutentaktung 60-mal so hoch wie die Verbindung mit einer Sekundentaktung, so Zimmer.

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18.05.2016