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Windows 10: Microsoft entschärft Zwangsupgrade

Um möglichst viele Nutzer zum Umstieg auf das neue Betriebssystem zu bringen, bietet Microsoft Nutzern vorheriger Windows-Versionen noch bis 29. Juli ein Gratis-Upgrade auf Windows 10 an. Zuletzt erntete der US-Konzern jedoch Kritik, da versucht wurde, unwilligen Kunden das Upgrade als versehentlichen Download unterzujubeln. Jetzt kündigte der Konzern Besserung an und erklärte, das vielkritisierte Hinweisfeld für das Gratis-Upgrade zu überarbeiten.

Betriebssystem

"Wir haben hart daran gearbeitet, ihr Feedback aufzunehmen", sagte Windows-Chef Terry Myerson dem Tech-Blog "The Verge". Noch in dieser Woche solle ein überarbeitetes Hinweisfeld für das Gartis-Upgrade mit klaren Auswahlmöglichkeiten an den Start gehen. Die Nutzer sollen sich dann per Mausklick entscheiden können, ob sie sofort auf Windows 10 wechseln, einen alternativen Zeitpunkt festlegen oder das kostenlose Angebot ablehnen wollten.

Druck auf den X-Button startete Download

Microsoft habe gelernt, dass sein Ziel, eine Milliarde Rechner mit Windows 10 auszustatten es nicht Wert sei, das Vertrauen der Kunden aufs Spiel zu setzen, schreibt "The Verge". Zuvor hatte Microsoft die Anzeige des Hinweises für das Gratis-Upgrade auf Windows 10 offensichtlich absichtlich so irreführend gestaltet, dass Anwender versehentlich aktualisierten, auch wenn sie es eigentlich nicht wollten.

Eine Frau geht bemi Launch-Event in Seoul am 29. Juli 2015 an einer Werbetafel vorbei, die Windows 10 für alle Geräteplattformen anpreist
Werbung für Windows 10 beim Launch am 29. Juli 2015 in Seoul

Zahlreiche Nutzer beschwerten sich, dass bei einem Klick auf den Schließen-Button ("X") im Menüfenster das Upgrade automatisch startete.Das Verfahren war auch von Verbraucherschützern in Deutschland bemängelt worden, weil bei dem bisherigen Verfahren ungefragt ein bis zu sechs Gigabyte großes Installationspaket auf den Rechner der Anwender geladen wurde, obwohl die Kunden sich gar nicht für ein Upgrade auf Windows 10 entschieden hatten.

Ugrademöglichkeit noch bis 29. Juli

Im vergangenen Monat hatte Microsoft einer Nutzerin aus Kalifornien 10.000 Dollar zur Beilegung eines Rechtsstreits gezahlt. Die Frau aus Sausalito war vor Gericht gezogen, weil ihr Rechner nach einem "Zwangsupdate" für Tage unbrauchbar gewesen sei. Microsoft betonte allerdings, dass die Zahlung kein Schuldeingeständnis sei, sondern nur Kosten für einen weiteren Streit vor Gericht vermieden werden sollten, wie die "Seattle Times" berichtete.

Aktuell sind weltweit rund 300 Millionen Rechner mit dem neuen Betriebssystem ausgestattet. Microsoft bietet Windows 10 noch bis zum 29. Juli für alle Nutzer von Windows 7 und 8.1 kostenlos an, danach wird das Upgrade kostenpflichtig. Der Preis für die billigste Version des Betriebssystems (Windows 10 Home) liegt derzeit bei 135 Euro.

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29.06.2016