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Verbraucherschlichtung: Zwei von drei Fällen gelöst

Zusammenreden statt Streiten - unter diesem Motto arbeiten seit Jahresbeginn die heimischen Schlichtungsstellen. Und dieses Konzept scheint aufzugehen: Von den fast 3.500 Verfahren sind bereits rund 3.000 erledigt, die Einigungsquote beträgt 63 Prozent, zog Sozialminister Alois Stöger (SPÖ) am Montag bei einer Pressekonferenz Bilanz über die ersten sechs Monate.

Schlichtung

Acht staatlich anerkannte Schlichtungsstellen vollziehen das von der EU vorgegebene Modell einer niederschwelligen Rechtsdurchsetzung für Verbraucher. Dazu gehören etwa die Telekom-Schlichtungsstelle, jene der Energie-Control-Austria oder der Internet Ombudsmann. Die meisten Institutionen kümmern sich bereits seit Jahren um die verschiedenen Anliegen der Konsumenten.

Einigungsvorschlag nicht verpflichtend

Unternehmen sind nicht in allen Bereichen zur Mitwirkung an einem Schlichtungsverfahren verpflichtet, trotzdem liegt die Teilnahmequote bei 91 Prozent. Am Ende einer Schlichtung schlägt die jeweilige Stelle eine Einigung vor. Zwar müssen weder die Firma noch der Beschwerdeführer zustimmen, dennoch sind nicht ganz zwei Drittel (63 Prozent) damit einverstanden.

Zuerst einmal selbst versuchen

Verbraucher können die Hilfe der Schlichtungsstellen kostenlos und meistens einfach - online oder offline - in Anspruch nehmen. Auch bei Fällen, die ausländische Anbieter betreffen, wird weitergeholfen. "Sechs von acht Schlichtungsstellen sehen vor, dass der Verbraucher schon versucht haben muss, mit dem Unternehmen auf einen grünen Zweig zu kommen", sagte Maria Reiffenstein, Leiterin der Sektion Konsumentenpolitik. Erst wenn dies nicht erfolgreich war, schalten sich die meisten Schlichtungsstellen ein.

Andere Zeiten - andere Probleme

Die Aufgabenfelder haben sich in der Vergangenheit durchaus gewandelt: In Sachen Telekommunikation gab es früher oft Probleme mit Datenverträgen, die bei Unachtsamkeit oft Rechnungen mit tausenden Euro zur Folge hatten. Heute sind es durch einen neuen Paket-Dienstleister mehr Fälle, die den Postweg betreffen.

Das Online-Shopping funktioniert mittlerweile - fast - klaglos, so Internet Ombudsmann Bernhard Jungwirth. Dafür gibt es oft Beschwerden bezüglich Datingportalen, Reise- oder Hotelbuchungen, Erotik-Abos sowie ungewollten Vertragsverlängerungen. "60 Prozent aller Beschwerden haben mit Betrug oder Online-Fallen zu tun", beschrieb Jungwirth seinen speziellen Aufgabenbereich.

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11.07.2016