Standort: help.ORF.at / Meldung: "Danone-Joghurt darf nicht griechisch aussehen"

Die weiß-blaue Vorderseite eines Multipacks des Danone-Joghurts "Oikos Greek".

Danone-Joghurt darf nicht griechisch aussehen

Auf dem weiß-blauen Becher des Joghurts "Oikos Greek" von Danone sind antike Säulen und ein griechisch anmutender Schriftzug abgebildet. Wie bei den Käsewürfeln "Patros in Öl" klagte der Verein für Konsumenteninformation wegen irreführender Herkunftsangabe auf Unterlassung und bekam vom Oberlandesgericht (OLG) Wien Recht.

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Geht es nach Danone, soll die Verpackung nur zeigen, dass es sich bei dem seit Herbst 2014 in Österreich erhältlichem "Oikos Greek" um Joghurt nach griechischer Art handelt. Produziert werde es in dem Danone-Werk im deutschen Ochsenfurt, so die Sprecherin von Danone in Österreich gegenüber help.ORF.at

"Nach griechischer Art" nicht genug Hinweis

Der Zusatz "Joghurt nach griechischer Art" in drei Sprachen reiche aber nicht aus, um eine Irreführung zu verhindern, so das OLG Wien in seinem nicht rechtskräftigen Urteil. "'Oikos Greek' vermittelt auf blickfangartige Weise den Anschein, das Produkt stamme tatsächlich aus Griechenland", so das Gericht.

Das Verpackungsdesign stößt den VKI-Konsumentenschützern sauer auf

Konsumenten seien nicht dazu verpflichtet, sich mit der Frage auseinanderzusetzen, ob Danone als europäisches Großunternehmen selbst Joghurt in Griechenland herstellt, sod er VKI. Zwar werde Joghurt überall produziert, bei griechischem Joghurt handle es sich jedoch um ein landestypisches Produkt mit besonderen Eigenschaften.

Nach "Patros in Öl" zweiter griechischer Fall

Die Herkunft von Lebensmitteln sei für Verbraucher ein wichtiges Kaufkriterium, so VKI-Juristin Ulrike Docekal. "Es ist nicht einzusehen, dass Lebensmittel mit unrichtigen Angaben vermarktet werden und Kundinnen und Kunden beim Einkauf selbst nachprüfen müssen, welche Darstellung der Wahrheit entspricht", so Docekal in einer Aussendung. Der VKI hatte schon in einem ähnlichen Fall gegen den Käsehersteller Patros geklagt und Recht bekommen. Mehr dazu in Deutscher Käse darf nicht griechisch aussehen

Mit dem Verpackungsdesign des Produktes einen unrichtigen Eindruck bei Konsumentinnen und Konsumenten zu vermitteln, sei keinesfalls Absicht, so Danone in einer Stellungnahme an help.ORF.at. Sämtliche Produktinformationen, wie das Zutatenverzeichnis oder die Herkunftsangabe, seien auf der Produktverpackung verfügbar. Man werde sich aber mit dem Urteil auseinandersetzen und Kontakt mit dem VKI aufnehmen, um weitere Schritte zu besprechen.

20.07.2016