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Leitfaden für den Umstieg auf Windows 10

Viele Nutzer haben das Gratisupgrade auf Windows 10 bisher konsequent weggeklickt und den Umstieg möglichst lange hinausgezögert, um etwaigen Anfangsschwierigkeiten aus dem Weg zu gehen. Am Freitag endet nun das befristete Gratisangebot. help.ORF.at erklärt Last-Minute-Wechslern, was es bei der Installation von Windows 10 mit Blick auf höchstmöglichen Datenschutz zu beachten gilt.

Betriebssystem

Noch bis 29. Juli können Windows-7- und Windows-8-Nutzer gratis auf das neueste Microsoft-Betriebssystem umsteigen. Danach werden je nach gewählter Windows-10-Version zwischen 135 bis zu 279 Euro für eine Lizenz fällig. Bisher ist das neueste Windows-Betriebssystem auf 350 Millionen Systemen installiert. Es wird damit gerechnet, dass sich dieser Tage noch viele zum Umstieg entschließen.

Eine Frau geht bemi Launch-Event in Seoul am 29. Juli 2015 an einer Werbetafel vorbei, die Windows 10 für alle Geräteplattformen anpreist
Werbung für Windows 10 beim Launch am 29. Juli 2015 in Seoul

Backup durchführen und Virenschutz deaktivieren

Bevor mit dem Upgrade-Prozess begonnen wird, empfiehlt das Computermagazin "c't" ein Sicherungsbackup der Systempartition auf einem externen Laufwerk. Das kann einige Stunden in Anspruch nehmen, doch nur dann ist eine eventuelle Systemwiederherstellung stressfrei möglich. Des Weiteren sollten laut "c't" Virenschutzprogramme vor dem Upgrade deaktiviert werden, da diese dem Upgrade in die Quere kommen könnten. Stattdessen kann der Windows-eigene Virenschutz Defender genutzt werden. Unter Windows 10 kann das Virenschutzprogramm schließlich neu installiert werden (Lizenznummer wird benötigt).

Im Anschluss kann das Upgrade auf Windows 10 gestartet werden, der Download dauert je nach Leistungsstärke des Rechners zwischen einer halben Stunde und zwei Stunden. Nach erfolgter Installation lädt der Anmeldescreen zum erstmaligen Einstieg ein. Ein Microsoft-Konto ist dafür nicht nötig, nach Klick auf "Diesen Schritt überspringen" kann ein lokales Konto genutzt werden.

Einstellungen händisch anpassen

In weiterer Folge sollten die Einstellungen von Windows 10 angepasst werden. Statt der von Microsoft groß angebotenen bequemen "Express-Einstellungen“ sollte man für einen erhöhten Datenschutz ein paar Minuten in die händische Anpassung investieren. Das macht man mittels Klicks unten links auf den kleinen Text "Einstellungen anpassen".

In den folgenden Fenstern mit dem Titel "Einstellungen anpassen" sollte grundsätzlich alles (Personalisierung, Verbindungs- und Fehlerberichterstattung) ausgeschaltet werden, empfehlen die "c't"-Experten. Einzig der Schalter für "SmartScreen-Online-Dienste" unter der Überschrift "Browser, Schutz und Update“ sollte demnach aktiviert sein, da diese Dienste gegen mögliche Schadsoftware schützen. Und wer etwa am Notebook ortsbezogene Apps wie Wetterdienste nutzen möchte, muss dafür die Angabe der "Position" einschalten.

Aufforderung zum Upgrade auf Windows 10
Seit einem Jahr erhalten Nutzer ständige Aufforderungen zum Upgrade auf Windows 10

Standardprogramme selbst festlegen

Im Anschluss wird einem eine kurze Einführung in die Möglichkeiten von Microsofts Sprachassistentin Cortana (das Äquivalent zu Apples Siri und Google Now) angeboten. Da diese Sprachbefehle inzwischen gut verstehen und etwa Termine und Notizen anlegen, eine Suche im Web durchführen bzw. auf Zuruf Programme starten kann, kann einem die Cortana-Nutzung durchaus mühsame Tipparbeit ersparen. Je nach persönlicher Vorliebe kann ein Blick darauf also nicht schaden.

Das folgende Fenster "Neue Apps für das neue Windows" versucht Microsoft-Programme als Standard festzulegen, hier heißt es aufgepasst. Wer lieber die Programme seiner Wahl nutzt, klickt unten links auf "Standard-Apps selbst auswählen lassen" und entfernt die vier vorausgewählten Häkchen.

Spionagedienste in einem Wisch deaktivieren

Im Anschluss heißt einen Microsoft bei Windows 10 offiziell willkommen. Wie die "c't"-Experten berichten, fallen sofort fünf Fixstarter (Store, Task-Ansicht-Schaltfläche, Explorer, Edge, Cortana) in der Taskleiste auf. Wer die von Microsoft dort platzierten Icons nicht nutzen möchte, kann diese per Rechtsklick wieder "Von Taskleiste lösen" bzw. „ausblenden“.

Wer sichergehen möchte, dass Spionagedienste bei Windows 10 tatsächlich deaktiviert werden, der muss zu externer Hilfe greifen. Experten raten hier zu dem kostenlosen Programm "Shut Up 10" von O&O Software. Mit Klick in "ShutUp10" auf die Option "Alle empfohlenen und eingeschränkt empfohlene Einstellungen" unter "Aktionen", werden die Schnüffeldienste von Microsoft in einem Wisch lahmgelegt - anfangs sogar etwas zu restriktiv, so sollte man unter "Windows Update" den Schalter "Automatische Treiberupdates durch Windows-Update deaktivieren" wieder ausschalten, um von Treiberaktualisierungen zu profitieren, raten die "c't"-Tester.

Startscreen von Windows 10
Das Startmenü von Windows 10

Startmenü von Standard-Apps befreien

Im nächsten Schritt kann man sich dem Startmenü von Windows 10 widmen. Dieses ist von Microsoft bereits vorab gut mit allerlei Programmen (die jetzt Apps heißen) von Candy Crush bis zu Bing Weather gefüllt. Wer diese nicht nutzen bzw. zumindest nicht ständig im Startmenü-Blickfeld haben möchte, kann sie mit Rechtsklick und "Von Start lösen" verschwinden lassen. Damit sind die Installation und die ersten Schritte abgeschlossen, der individualisierten Nutzung von Windows 10 steht nichts mehr im Wege. Langweilig wird es aber trotzdem nicht, denn mit dem Anniversary Update hat Microsoft für den 2. August bereits das erste große Update-Paket für Windows 10 angekündigt.

Microsoft hat Windows 10 Ende Juli 2015 gestartet. Es läuft sowohl auf klassischen PCs wie auf Smartphones, Tablets oder der Spielekonsole Xbox One. Ursprünglich gab das Unternehmen das Ziel aus, dass das neue Betriebssystem im Jahr 2018 auf einer Milliarde Geräte weltweit installiert sein soll. Inzwischen wurde das Ziel allerdings aufgrund des aktuellen Fokus auf das Smartphone-Hardware-Geschäft als unwahrscheinlich revidiert. Es werde länger dauern als bis 2018, um die Milliarde zu knacken, so das Unternehmen ohne genauere Daten zu nennen.

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27.07.2016